PresseClubBraunschweig
Georg Mascolo und Claudia Gorille (Foto: André Pause)
 
Der Chefreporter des Rechercheverbunds von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR Georg Mascolo war der gemeinsamen Einladung des PresseClubs Braunschweig und des Marketing-Clubs Braunschweig gefolgt und sprach  mit der Presseclub-Vorsitzenden Claudia Gorille und Marketing-Club-Präsident Harald Rau über "Fake News". 

Eigentlich wollte Georg Mascolo schon Ende Mai nach Braunschweig kommen, aber der Terror-Anschlag von Manchester kam dazwischen - Mascolo war als Terrorexperte unabkömmlich. Nun also das Gespräch im Braunschweiger Porsche-Zentrum. Locker plauderte Mascolo eine runde Stunde über die Entwicklung des Journalismus im Zeitalter der Digitalisierung, über die "Panama-Papers", über die USA unter Donald Trump und natürlich auch über das eigentliche Thema des Abends - die Fake News.

 Mascolo, der sich als "leicht besorgten Optimisten" bezeichnet geht davon aus, dass die Medien-Rezipienten bald lernen falsche Nachrichten als solche zu enttarnen. Quellen ließen sich heutzutage für jedermann schnell und problemlos überprüfen. Dieses gewiße Maß an Sorgfaltspflicht werde allerdings immer noch vernachlässigt - auch von Journalisten-Kollegen, die Nachrichten möglichst schnell veröffentlichen möchten. Er stehe allerdings auf dem Standpunkt, dass jede Geschichte vor der Veröffentlichung sauber überprüft werden müsse. Eine schnell veröffentlichte Geschichte, für die man sich im Nachhinein entschuldigen müsste, wäre deutlich schlimmer, als eine etwas später publizierte Story.

Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen sieht Mascolo die Digitalisierung nicht als Bedrohung an, dennoch mahnt er, dass guter Journalismus nach wie vor Geld koste, da Journalisten vor Ort sein müssen und nicht "vom Tisch" berichten sollten, da der Schreibtisch der gefährlichste Ort für Journalisten sei.
 
Da Georg Mascolo noch einen Anschlusstermin in Berlin hatte, war die hochinteressante Veranstaltung leider recht schnell zu Ende. Doch bevor er ging versprach Mascolo noch einmal mit mehr Zeit wieder zu kommen.
 
Beitrag von Henrik  /  05. September 2017  /  Drucken  /  Fehler melden  /  Erschienen bei presseclub-braunschweig.de / © PresseClubBraunschweig