PresseClubBraunschweig
 
„Schreib das auf“,  Küch – das sagte ein befreundeter Journalist dem Kriminaldirektor aus Braunschweig. Ulf Küch hatte im Sommer 2015 die Soko Asyl ins Leben gerufen und konzentrierte sich  seitdem zusammen mit 14 Kolleginnen und Kollegen  auf die Fragen: wer ist verantwortlich für die steigenden Straftaten in Kralenriede, dem Ortsteil, in dem die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende angesiedelt ist. Die Fakten und Storys, die die Kriminalisten ermittelten, veröffentlichen Küch und seine Kollegen dann tatsächlich in dem Buch: „Soko Asyl. Eine Sonderkommission offenbart überraschende Wahrheiten über Flüchtlingskriminalität.“

 
Beim Stammtisch des PresseClubs im März präsentierte Küch das Buch und  zahlreiche Statistiken. Zahlen belegen, dass nur ein Bruchteil der Flüchtlinge kriminell ist. Die wahre  Gefahr ginge von den Scharfmachern aus, die in den sozialen Netzwerken gezielt Stimmung machten mit  erfundenen Geschichten. Einer sei auch eine Journalistin einer großen deutschen Tagesszeitung auf dem Leim gegangen. Sie wollte von Küch mehr wissen über die tote Mutter mit den vier Kindern in der LAB, über die die Polizei offenbar den Deckmantel des Schweigens ausbreite.  Küch schüttelt vehement den Kopf „ich war baff und erstaunt, dass die das geglaubt hatte.“  Er findet es gefährlich, dass Mitglieder zum Beispiel der AfD gezielt Falschinformationen verbreiten,  um Stimmung gegen Asylsuchende zu machen.
 
"Der Anteil von Kriminellen, die mit den Flüchtlingen nach Deutschland eingereist sind, ist prozentual nicht höher als der Anteil von Kriminellen in der deutschen Bevölkerung so Küch. Er kann das auch flapsig ausdrücken: „Der liebe Gott hat die Kriminellen über alle Länder gleichmäßig verteilt“. Aber: mit dem Flüchtlingsstrom sind auch Mitglieder von Banden aus dem kaukasischen und nordafrikanischen Raum nach Deutschland gekommen. Die Anzahl der Straftaten hatte 2015 sprunghaft zugenommen, insbesondere die Anzahl der hochpreisigen Diebstähle, sowohl in Kralenriede als auch in der Innenstadt. Besonders begehrt, teure Parfüms oder Bekleidung, dazu gab es plötzlich vermehrt schwere Raubüberfälle.
 
Konsequent handeln, das ist eine Devise von Küch und er meint damit, dass Verhaftete nicht Stunden später wieder auf freiem Fuß sind, sondern sich im Gericht wiederfinden und vom Richter über das Strafmaß informiert werden.  „Beschleunigte Verfahren“ lautet das Zauberwort und Küch bezeichnet die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei Staatsanwaltschaft und Gerichten als den Braunschweiger Weg.  „Dass in Braunschweig klauen auch Konsequenzen hat, diese Botschaft spricht sich rum“, da ist sich Küch sicher. Belegen kann er das auch wieder mit einer Statistik: Die Straftaten in Braunschweig in den ersten beiden Monaten des Jahren sind drastisch gesunken, besonders in Kralenriede.
 
Das Buch „Soko Asyl“ ist ein Bestseller, Küch ein gefragter Talkgast. Mit diesem Erfolg hatte er nicht gerechnet, „das war so nicht geplant“. Anfangs sei er irritiert gewesen über die Reaktionen aus dem rechten Spektrum. „Da war mein Buch noch gar nicht auf dem Markt, da haben die Rechten mich beklatscht“. Seitdem es veröffentlich ist, wird er übel beschimpft und verunglimpft. Wenn die Grenzen der Meinungsfreiheit überschritten sind, erstattet Küch Anzeige. Zwei Verfahren laufen bereits. 
 
Beitrag von Henrik  /  02. März 2016  /  Drucken  /  Fehler melden  /  Erschienen bei presseclub-braunschweig.de / © PresseClubBraunschweig