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Thilo Bode (Foto von Jörg Scheibe)
 
"Der Deutsche isst am liebsten billig", "Lebensmittelskandale hat es schon immer gegeben", "Der Verbraucher ist selber schuld", "Es reicht, mehr Sport zu treiben" - die Vorurteile sind nach den Worten von Thilo Bode nicht nur bequem, sondern vor allem sehr populär. "In Wahrheit entscheidet über die Qualität unserer Ernährung aber die Politik", sagt der ehemalige Geschäftsführer von Greenpeace International, der 2002 die in Berlin ansässige Verbraucher­organisation Foodwatch gründete. Bode sprach am 3. Juni vor dem PresseClub über das "­Versagen der Politik" und warf der Lebensmittelindustrie eine "Strategie der Täuschung" vor. Bei seiner Kritik sparte er auch die Bio-Branche nicht aus. 

Der Vorwurf der legalen Täuschung

Unsere Lebensmittel gelten als so sicher wie noch nie. Thilo Bode zeichnet ein anderes Bild. Auf Verpackungen etwa von Getränken und Müslis würden zwar gesunde Früchte gezeigt, in Wirklichkeit werde der Verbraucher aber oft mit einer Aromamischung abgespeist. Als Beispiel nannte er eine Apfel-Birnen-Limonade, die noch dazu als Bio-Produkt angepriesen wurde: "Auf dem Etikett werden die Früchte zwar gezeigt, im Getränk ist aber weder etwas von einer Birne noch von einem Apfel enthalten. Noch nicht mal das Aroma muss aus einer Birne oder einem Apfel gewonnen worden sein, sondern kann aus Baumrinde hergestellt und der Baum muss noch nicht mal ›Bio‹ sein. Es genügt dem Gesetzgeber, wenn der im Getränk enthaltene Zucker organisch hergestellt wurde. Dann darf das Produkt als ›Bio‹ bezeichnet werden." Thilo Bode spricht von einem ganz legalen Etikettenschwindel und bringt als weiteres Beispiel den Schwarzwälder Schinken. "Das Schwein kann aus Australien kommen und es darf trotzdem Schwarzwälder Schinken draufstehen, wenn das Fleisch später im Schwarzwald weiterverarbeitet wird."

Ist der Verbraucher überfordert?

"Es steht doch drauf, was drin ist." Auf dieses Argument, so Bode, würden Politik und Lebensmittelindustrie sich gern zurückziehen. Tatsächlich habe der Verbraucher aber kaum eine Chance, im Supermarkt die Qualität der Lebensmittel zu beurteilen. Auf der Vorderseite der Packung würden die Nährstoffe in Prozentangaben bezogen auf Portionen, die bei gleichen Produkten unterschiedlich groß sein können, angegeben. Bode: "Das ist bewusste Irreführung, weil der Verbraucher, der zum Beispiel Frühstücksflocken kauft, gar nicht so schnell herausfinden kann, welches Produkt mehr Zucker enthält, es sei denn, er hat einen Taschenrechner dabei und nimmt sich eine Viertelstunde Zeit. Das ist auch der Grund, weshalb sich Foodwatch für eine Nährwertkennzeichnung mit Hilfe der Ampel eingesetzt hat." Hinzu komme, dass auf den Etiketten oft auch fehlerhaft informiert werde, etwa, "wenn es heißt, dass das Produkt keine Geschmacksverstärker enthält, gleichwohl aber Hefeextrakt als Geschmacksverstärker darin enthalten ist." Bodes Kommentar: "Es kann doch nicht sein, dass wir mit einem Lebensmittelrechts-Handbuch unter dem Arm zum Einkaufen gehen."

Zu süß, zu salzig, zu fett

Eines der größten Risiken sei es, dass wir zu süß, zu salzig und zu fett essen. "Es geht mir nicht darum, dass wir den Kaffee mit etwas Zucker trinken sowie salziges und fetthaltiges Essen zu uns nehmen", so Thilo Bode, "es geht vor allem darum, dass wir bei Fertig-Lebensmitteln nicht auf einen Blick sehen können, wie viel Nährstoffe in dem Produkt enthalten sind." Besonders problematisch seien Softdrinks für Kinder, weil sich durch den hohen Nährstoffgehalt in Verbindung mit Flüssigkeit kein Sättigungsgefühl einstelle. "Wenn Sie Ihrem Kind etwas Gutes tun wollen, geben Sie ihm zum Essen nur Wasser."

Die Krankheiten ­werden explodieren

Wenn die Menschen nicht mit sicheren und guten Lebensmitteln versorgt würden, habe das erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Der nährstoffreiche Lebenswandel, befürchtet Bode, werde weltweit zu einem Explodieren der Krankheiten führen. Er verweist auf Berichte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Übergewicht ein alarmierendes Ausmaß mit enormen gesellschaftlichen Kosten angenommen haben.

Der Vorwurf, dass Kinder die Haupt­betroffenen sind

Manche Gesundheitsversprechen der Lebensmittelindustrie seien äußerst fragwürdig. Als Beispiel nennt Bode fett- und salzhaltige Würstchen für Kinder. "Diesen Produkten werden einfach ein paar Vitamine zugesetzt und schon heißt es ›Die gesunde Ernährung für jeden Tag‹." In die gleiche Kategorie, führt Bode weiter aus, gehören Frühstücksflocken mit bis zu 40 Prozent Zucker. "Für eine Handvoll dieser Cerealien muss ein 12-Jähriger 25 Minuten joggen, um von den Kalorien wieder runterzukommen."

Sport ist kein Allheilmittel

Ohnehin sei Bewegung kein geeignetes Mittel gegen ungesunde Ernährung. Die erste und wichtigste Maßnahme sei es, weniger Kalorien zu sich zu nehmen. "Je mehr Sie sich sportlich betätigen, desto mehr Appetit haben Sie", gibt Thilo Bode zu bedenken. Sport sei zwar aus vielerlei Gründen wichtig, nutze aber relativ wenig im Kampf gegen zu viele Kalorien.

Und was ist mit Bio?

Bode winkt ab. Auch hier gebe es das Phäno­men der legalen Verbrauchertäuschung, dieselbe unschöne Werbung und, was die Regularien der Bio-Lebensmittel angeht, viele Täuschungsmöglichkeiten. Auf die Frage, welches der vielen Bio-Siegel besonders vertrauenswürdig sei, antwortete Thilo Bode kurz und bündig: "Keins!"

Der Vorwurf der ­illegalen Täuschung

Neben der von Bode beklagten legalen Verbrauchertäuschung ging der Foodwatch-Geschäftsführer auch auf einen schwerwiegenden Fall der illegalen Täuschung ein. "Obwohl wir bereits zehn Jahre im Geschäft waren, haben wir es nicht für möglich gehalten, dass Pferdefleisch als Rindfleisch verkauft werden könnte", sagt Bode und lässt durchblicken, dass das aus Rumänien stammende Pferdefleisch auch etwas mit Geldwäsche und organisierter Kriminalität zu tun gehabt habe. Was die Haftungsfrage betrifft, sprach Thilo Bode von einer Lücke im Lebensmittelrecht, da die großen Einzelhandelsketten dafür nicht haften mussten, weil sie nicht verpflichtet sind, zu prüfen, um welche Fleischsorte es sich handelt. Bode: "Wenn das Produkt von außen gut aussieht und das Verfallsdatum nicht überschritten ist, gibt es keinen Grund zur Beanstandung. Darum konnte sich der Handel aus der Diskussion um den Pferdefleisch­skandal heraushalten, obwohl die Betroffenen nach unserer Einschätzung seit Monaten wussten, dass derartige Produkte angeboten wurden."

Unsichtbare Gifte und Zusatzstoffe

Bode machte darüber hinaus deutlich, dass Gesundheitsschäden nicht nur durch Verbrauchertäuschung entstehen können, sondern auch durch unsichtbare Gifte. Beispiel: Dioxin, ein Stoff, der in Verdacht steht, Krebs auszulösen. "Schon der Verzehr eines grenzwertig belasteten Frühstücks­eis kann die tägliche Höchstmenge für Kinder enthalten. Und bei den Anrainer-Staaten der Ostsee wurden die Grenzwerte für Meerestiere einfach ausgesetzt, damit man die Ware nicht vom Markt nehmen muss." Auf den Antibiotika-Einsatz in der Tiermast eingehend, meinte Thilo Bode: "Was auf diesem Gebiet in Niedersachsen los ist, brauche ich Ihnen nicht zu erzählen." Als völlig unakzeptabel bezeichnete Bode die Verwendung von inzwischen 400 Zusatzstoffen, von denen ein großer Teil vermutete negative Gesundheitsauswirkungen hat. Gleichwohl habe man sie nicht verboten. Er ging dabei im Besonderen auf die AZO-Farbstoffe ein: "Es gibt viele ungefährliche Farbstoffe, aber die AZO-Farbstoffe sind nun mal besonders billig."

Was Foodwatch will

Um den Lebensmittelmarkt "in den Griff zu bekommen", müssten nach den Vorstellungen von Thilo Bode die Regeln geändert werden. "Die Politik kann relativ schnell viel erreichen. Z. B. könnte man dafür sorgen, dass keine gefährlichen Zusatzstoffe mehr verwendet werden und die Nährstoff-Kennzeichnung korrekt und leicht nachvollziehbar ist. Und es kann ebenso politisch erreicht werden, dass bei der Bio-Kennzeichnung bei den Produkten, wo "Bio" draufsteht auch nur "Bio" drin ist."

Teurere Lebensmittel sind nicht unbedingt gut …

Im Folgenden räumte Thilo Bode mit einem Vorurteil über Discounter auf. "Was die Lebensmittelqualität angeht, bekommen Sie beim Discounter keine schlechteren Produkte. Viele Markenprodukte bekommen Sie beim Discounter unter anderem Namen billiger. Und die zulässigen Höchstgrenzen für Pestizide bei Obst und Gemüse sind bei manchen Discountern sogar niedriger als das Gesetz vorschreibt angesetzt!" "Teuer" ist nicht unbedingt gut auf dem Lebensmittelmarkt und "billig" muss nicht schlecht sein, fasst Bode zusammen.

Was am wenigsten nützt sind mehr ­Kontrollen

"Wir brauchen mehr Kontrollen." So laute die typische Forderung der öffentlichen Meinung. "Aber Kontrollen sind immer nur ein ›nachsorgendes‹ Instrument und wirken niemals präventiv", gibt Thilo Bode zu bedenken, "Sie können nicht Tag und Nacht alle Lebensmittelbetriebe kontrollieren." "Mehr Kontrollen" seien aus seiner Sicht das Instrument, was am wenigsten Erfolg verspricht.

Die großen Skandale waren oft Bio-­Skandale

Große Futtermittel-Skandale seien oft auch von Betrieben der Bio-Branche ausgelöst worden, berichtet Bode. Für Bio-Eier habe es jahrelang keine Dioxin-Grenzwerte gegeben, weil die Hühner im Freien rumgelaufen und dadurch dem Dioxin mehr ausgeliefert gewesen seien. Demgegenüber seien die Käfig-Hühner den ­Dioxin-Gefahren weniger ausgesetzt gewesen. "Das heißt aber nicht, dass Foodwatch Käfighaltung gut findet. Wir plädieren für eine ökologische Landwirtschaft, aber wir sagen nicht: Bio ist das Maß aller Dinge."

Die Prognosen für die Bio-Branche waren falsch

Foodwatch habe sich in diesem Punkt mit Renate Künast angelegt, die als damalige Landwirtschaftsministerin die Agrarwende ausgerufen habe und einen Marktanteil der Biobranche von 20 Prozent prognostizierte. "Wenn Sie acht Prozent erreichen, ist das schon ein Erfolg", habe Foodwatch dieses Ansinnen kommentiert. "­Künast hat uns daraufhin in aller Öffentlichkeit fertig gemacht", erinnert sich Thilo Bode, "heute liegt der Bio-Anteil am Lebensmittelmarkt bei drei bis sechs Prozent. Das ist überhaupt nichts. Es ist nicht mehr als eine kleine Nische. Es gibt keinen Bio-Boom. Deshalb wollen wir die konventionelle Landwirtschaft nicht abschaffen, sondern erreichen, dass die Landwirtschaft insgesamt ökologischer wird." Auch die Bio-Eier-Produktion lebe davon, dass jedes Jahr Millionen von männlichen Küken vergast werden. Es gebe auf der Welt im Grunde nur noch zwei Hühnerpaare, von denen alle anderen Hühner abstammten: die Legehenne und das Masthähnchen. Bode: "Die hat man so gezüchtet, dass die einen so viel Fleisch haben, dass sie kaum noch stehen können und die anderen nur noch Eiermaschinen sind." Diese Rassen würden auch von den "Bio’s" verwendet. "Und die männlichen Küken, die nicht zu gebrauchen sind, werden ebenfalls vergast, auch übrigens von Demeter."

Der goldene Windbeutel

Die Kritik an der "legalen Verbrauchertäuschung" zusammen mit der foodwatch-"Abgespeist"-Kampagne sowie dem "Goldenen Windbeutel", dem Preis für die dreisteste Werbelüge des Jahres, so Bode, war unser Durchbruch und hat dazu geführt, dass die Politik und die Lebensmittelindustrie Foodwatch ernst nehmen mussten. "Sie haben uns nicht unbedingt geschätzt oder lieb gewonnen, aber sie mussten uns ernst nehmen. Wir haben gespürt, dass die Lebensmittelindustrie durchaus verletzlich ist. Bei der Verleihung des "Goldenen Windbeutel", eines Preises für die dreisteste Werbelüge, geht es dabei bewusst nicht bierernst zu, sondern wir verpacken unsere Kritik mit einer Portion Ironie."

Die meistbesuchte Web-Site der ­dänischen Regierung

Als vorbildlich bezeichnete Thilo Bode die sogenannte Smiley-Gesetzgebung in Dänemark, wo das Ergebnis der Lebensmittelkon­trollen bei Restaurants und Lebensmittelbetrieben in Form eines Smileys öffentlich gemacht werden. "Die Zahl der Beanstandungen ist dadurch dramatisch zurückgegangen und die Kosten der Lebensmittelkontrollen haben sich verringert", berichtet Bode. In Deutschland dagegen gebe es bis heute keine rechtlich wirksamen Mittel, um gegen Hygieneverstöße vorzugehen. Lebensmittelkontrolleure, die zum Beispiel Restaurants drei- bis sechsmal im Jahr überprüfen, drohen bei Verstößen zwar Sanktionen an, um wirklich einschreiten zu können, müsse aber zunächst ein Schuldiger gefunden werden. Bode: "Dann heißt es, na ja, der Betrieb wurde zu diesem Zeitpunkt gerade von einem Stellvertreter geführt. Es kommt daher so gut wie nie vor, dass ein Unternehmen geschlossen wird, und wenn das doch einmal der Fall ist, wird der Betrieb gleich wieder geöffnet, weil ein Strohmann bereitsteht." Das Verwaltungsrecht sei kein geeignetes Instrument, um das Problem in den Griff zu kriegen, findet Bode und weist darauf hin, dass das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in einer Pressekonferenz jedes Jahr wieder über hygienische Mängel bei 24 bis 25 Prozent der Betriebe berichtet. Demgegenüber sei die dänische Smiley-Kampagne vorbildlich, weil sie für Transparenz sorge. "Wir kämpfen schon seit sieben Jahren für die Einführung des Smiley. Die Gastronomie ist dagegen und die Gewerkschaft Nahrungs- und Genussmittel ebenfalls. Warum eigentlich, wo wir doch alle Verbraucher sind?", fragte Thilo Bode. Politiker, vermutet er, würden nicht gewählt, weil sie sich für Verbraucherrechte einsetzen, sondern wegen anderer Themen. Bodes Fazit: "Das Smiley-System in Deutschland einzuführen, ist offenbar unmöglich, obwohl es eindeutig eine ganz einfache und tolle Sache ist."

Wir haben in Europa ein großartiges ­Verbraucherrecht, aber …

"Auf nationaler Ebene kann in Europa nichts mehr entschieden werden, unser Essen ist europäisch", merkte Bode an, "sogar die Schriftgröße auf den Getränkeflaschen richtet sich nach europäischen Gesetzen." Eigentlich gebe es in Europa ein großartiges Recht, das den Gesundheitsschutz und das Täuschungsverbot sehr konsequent einfordert. "Leider existiert es nur auf dem Papier, weil die alten Gesetze mehr oder weniger noch angewendet werden", kommentierte Thilo Bode. Das neue europäische Recht sei als präventives Recht ausgestaltet worden, mit dem Ziel, dass der Verbraucher von vorneherein vor Täuschung und Gesundheitsgefährdung geschützt wird. Bode: "Wenn es zu einem Lebensmittelskandal kommt, ist das corpus delicti ja immer schon verzehrt, deshalb brauchen wir ein vorsorgendes und nicht ein nachsorgendes Recht." Bisher habe sich die Lebensmittelindustrie durch ihre Lobbyarbeit erfolgreich für die Beibehaltung der bisherigen Rechtslage eingesetzt. "Nicht ohne Grund", meint Bode, "immerhin müssen die Verbraucher bei einem Skandal die Kosten übernehmen, während es bei einem vorsorgenden Recht die Lebensmittelindustrie wäre. Um einer Haftung aus dem Wege zu gehen, müssten die Unternehmen sich anders strukturieren. Für ein Futtermittelunternehmen heißt das zum Beispiel, im Vorfeld entsprechende Tests durchzuführen."

Für Pressearbeit ist Brüssel der falsche Ort

Er sei sich schon bewusst, dass Foodwatch europaweit agieren muss und habe sich die Frage gestellt, ob es nicht sinnvoller sei, von Brüssel aus aktiv zu sein. "Aber es gibt keine europäischen Medien. Wir können die Politik deshalb nur über die nationalen Presseorgane beeinflussen", so Bode, "wenn in Deutschland, Frankreich oder Italien Druck gemacht wird, dann rühren sich auch in Brüssel die Abgeordneten und der Ministerrat."

Von Greenpeace zu Foodwatch

Zu Beginn seines Vortrages ging Thilo Bode auf seinen Wechsel von Greenpeace zu Foodwatch ein: "Ich wollte noch einmal etwas Neues machen und von Amsterdam, wo Greenpeace International seinen Sitz hat, wieder zurück nach Deutschland." Eine Idee für einen Neuanfang habe er zu diesem Zeitpunkt nicht gehabt. Dann sei es zur BSE-Krise gekommen. Bode: "Damals sind 150 bis 180 Menschen zu Tode gekommen. Ich habe mir die Frage gestellt, ob diejenigen, die das Ganze verursacht haben, eigentlich zur Verantwortung gezogen worden sind. Nach meinen Recherchen gab es keine Verbraucherorganisation mit einem politischen Mandat oder eine solche, die sich selbst ein Mandat gegeben hat." Er habe sich daraufhin entschlossen, eine professionelle Organisation zu gründen und einige Bekannte und Großspender aus seiner Green­peace-Zeit angesprochen, um den veranschlagten Finanzierungsbedarf in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro zusammenzubekommen. Inzwischen seien die (ungesicherten) Darlehen nahezu vollständig zurückgezahlt. "Nach sieben Jahren waren wir in der Lage, unsere Kosten durch eigene Fördermitglieder zu decken. Heute hat Foodwatch knapp 30.000 Mitglieder und ein Jahresbudget von zwei Millionen Euro", erläutert Bode, dessen in Berlin ansässige Organisation 15 Mitarbeiter beschäftigt und mittlerweile Büros in Holland und Frankreich eröffnet hat.
Beitrag von Jochen Hotop  /  24. Juni 2014  /  Drucken  /  Fehler melden  /  Erschienen bei presseclub-braunschweig.de / © PresseClubBraunschweig